theaterboxring
berlin - lichtenberg

Das
Kaffeehaus

von R. W. Fassbinder
nach C. Goldoni

07.09.2012 20°°

08.09.2012 20°°

09.09.2012 17°°

Turnhalle in der
Marktstrasse 9 - 13

Berlin - Lichtenberg

 

Inhalt

Ein kleines Kaffeehaus. Venedig oder Irgendwo. Hier. Treffen wird sich hier eine […] Gesellschaft mit all ihren Intrigen, Hoffnungen, Träumen, geplatzten Aufstiegsblasen, Begehrlichkeiten und menschlichen Schwächen. Don Marzio, ein Schwätzer, der alles mitkriegen muss und nichts für sich behalten kann, ist Stammgast bei Ridolfo, dem sich menschenfreundlich gebenden Besitzer, der dafür seinen Kellner Trappolo, der einst als Goldgräber in Arizona bessere Zeiten erlebt hat, zum Arbeiten zwingt. Im Spielhaus nebenan, bei Pandolfo, dem Casinobesitzer, verspielt der junge Eugenio versessen all sein Hab und Gut, jeden erbettelten Kredit und fast auch seine junge Gattin Vittoria. Er verliert hoffnungslos gegen den Grafen Leander, der erst seit kurzem in der Stadt weilt - und erst spät als Hochstapler enttarnt werden wird. Warum nur hat die Tänzerin Lisaura, die wie man munkelt, auch anderen Geschäften nachzugehen weiß, sich in ihn verliebt? Und wer ist jene Fremde, die sich auf der Suche nach ihrem weggelaufenen Ehemann im Kaffeehaus umhört? Sie alle eint: Das Geld. Nichts scheint gesichert, wenn nicht: Der aktuelle Wechselkurs.

Fassbinder nach Goldoni

Carlo Goldonis Intrigenkomödie "La bottega del caffè" von 1750 markiert den theate¿rgeschichtlichen Übergang von der bis dato nur skizzenhaft notierten Commedia del Arte als typenbasiertem Stegreifspiel zum sprachlich ausgefeilten (bürgerlichen) Theater. Als ambitionierter Theaterreformer will Carlo Goldoni, von Beruf ursprünglich Jurist, realistische Menschenbeobachtung zur Grundlage seiner Charaktere machen. Indem RW Fassbinder Ende der 1960er Jahre Goldonis Text aufgreift und überschreibt, verschiebt und verdichtet sich die Handlung. Illusionslos gerinnt die Szenerie zum bissig gezeichneten Abbild einer egoistischen Mikrowelt, in der auch Liebe, gegenseitige Hilfe, persönliche Zuwendung gesteuert werden vom immerknappen Gut, dem Geld.

 

So sind wir Schuldner und Gläubiger der jeweils anderen.

 

 

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